Der Anteil binationaler Ehen im
deutschsprachigen Raum steigt kontinuierlich an: Während in Deutschland bereits
15 Prozent aller neu geschlossenen Ehen von Partnern unterschiedlicher
Nationalitäten eingegangen werden, liegt dieser Anteil in Österreich bei 23
Prozent und in der Schweiz sogar bei über 42 Prozent. Diese Entwicklung ist in
einem Zeitalter sich öffnender Grenzen und angesichts der näher
zusammenrückenden europäischen Gesellschaften und Kulturen nicht verwunderlich.
Statt der früher üblichen Abgrenzung
bestimmen zunehmend Aufgeschlossenheit und Neugierde den Umgang mit Menschen
anderer Nationalität. Wer im Reisezeitalter andere Länder kennenlernt, der wird
sich auch für die Menschen aus anderen Kulturkreisen interessieren und von
ihnen im Gedankenaustausch unermesslich viel lernen. Die Entwicklung von
Verständnis für historisch gewachsene Unterschiede geht einher mit
Toleranz für
kulturell bedingte Eigenheiten eines Ehepartners, der ihn dazu anleitet, die
Welt auch einmal mit anderen Augen zu sehen. Binationale Ehen stellen nicht nur
für jeden der Partner eine ganz persönliche und kulturelle Bereicherung dar,
die auch den Erwerb wertvoller neuer Fremdsprachenkenntnisse einschließt,
sondern helfen dabei, überkommene Vorurteile abzubauen und die Integration
verschiedener Kulturen innerhalb eines Gesellschaft behutsam zu fördern.
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